Knecht Ruprecht

In der deutschen Folklore gilt Knecht Ruprecht (Englisch: Farmhand Rupert or Servant Rupert) als ein Begleiter des Heiligen Nikolaus. Die älteste schriftliche Quelle stammt aus dem 17. Jahrhundert, wo er als eine Figur in einer Nürnberger Weihnachtsprozession beschrieben wird.

 

Der Festtag des heiligen Nikolaus, der 6. Dezember, ist seit jeher ein kirchlicher Feiertag mit vielen Bräuchen. Es ist vor allem ein Tag der Kinder, da Sankt Nikolaus als Wohltäter der Kinder verehrt wird. Ursprünglich war der Nikolaustag auch der Tag der Weihnachts-Bescherung, in einigen Ländern ist er dies auch heute noch.

Erst wegen der Haltung der Reformatoren gegen die Heiligenverehrung wurde die Bescherung auch in den katholischen Gebieten auf den Weihnachtstag verlegt. Übrig blieb eine Art vorverlegtes kleines Weihnachten mit einem Nikolaus, der die Stiefel der Kinder füllt.

 

Doch der Nikolaus bringt nicht nur Geschenke: traditionell beschenkt und lobt er die guten Kinder, während die bösen getadelt und mit einer Rute bestraft werden. Als Gehilfen bekam der heilige Nikolaus als Kinderfreund dafür einen Begleiter zur Seite gestellt, in Deutschland Knecht Ruprecht genannt, der als Furcht einflößende Gestalt für die Bestrafung zuständig war.

In einigen Regionen wurde der finstere Geselle auch Hans Muff, Krampus, Bullerklas, Beelzebub,  Klabauf oder Swarter Piet genannt. Aber gegeben hat es ihn überall, bis der Nikolaus zu einem gutmütigen, leicht einfältigen Geschenkeonkel verkam.

 

In seinem Gedicht Knecht Ruprecht stellt Theodor Storm diesen Gesellen allerdings eher mit den Charaktereigenschaften des Nikolaus dar.

 

Knecht Ruprecht, komm zurück,

und vertreibe die Konsum-Animatoren aus unseren Straßen

Wäre es nicht heute eine Aufgabe des Knecht Ruprecht, mit seiner Rute einmal wieder für Ordnung und Anstand zu sorgen? Und zwar nicht, indem er freche Kinder prügelt, sondern indem er sie als Besen einsetzt und all die falschen Kommerz-Nikolause aus unseren Straßen fegt?

Wer heute durch die Fußgängerzonen unserer Städte geht, kann ihnen unmöglich ausweichen – vor jedem Kaufhaus und an jeder Ecke lungern sie rum, mit nachlässig angeklebten Bärten und billigen roten Kostümen, brummeln „Ho Ho Ho“ wie es in Amerika üblich ist, betatschen die Kinder und meinen die Eltern bzw. deren Brieftaschen und versuchen so, eine „romantische“ Weihnachtsatmosphäre zu erzeugen und ihren Auftraggebern volle Kassen. Es wird Zeit sich zu wehren!

Liebe Eltern, klärt eure Kinder über diesen Schwindel auf. Nur so könnt ihr ihnen eine ruhige, fröhliche und spannungsvolle Adventszeit bewahren. Ermutigt sie, den tumben Gestalten die falschen Bärte herunter zu reissen. Lasst sie ihnen kräftig auf den Fuß treten. Wenn sie angefasst werden, sollten sie laut nach der Polizei rufen und die Kinderbegrapscher beschimpfen. Das Gute ist: Ihr dürft das nicht, die Lütten aber sehr wohl. Wollen wir wetten, dass ihnen das besser gefällt als die doofen Werbeartikel, die man ihnen aufnötigen will?

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