Denglisch

In letzter Zeit habe ich mich mehrfach über englische Slogans im deutschen Alltag lustig gemacht.Wie zum Beispiel: „Coffee klatsch with rollmops is zeitgeist“.

Wie man in Robb Knapps Human Languages nachschlagen kann, haben auch viele deutsche Begriffe Eingang in die englische Sprache gefunden, darunter neben kindergarten und blitzkrieg so schöne wie angst, schadenfreude, rinderpest, doppelganger, bildungsroman und waldsterben, für die es keine eigenen Begriffe gab. Wir Deutschen gehen noch einen Schritt weiter und erschaffen erfundene englische Wörter, die jetzt unsere Sprache bereichern. Ein Showmaster im Smoking, der im Oldtimer einen Twen mit Handy überholt, outet sich für Engländer und Amerikaner als auslander.

 

Komm rein und finde wieder raus

Immer mehr Unternehmen nutzen die englische Sprache, um ihre Produkte international zu positionieren. Die Endmark AG hat jetzt in einer repräsentativen Trendstudie  untersucht, inwieweit die Zielgruppe die englischen Claims überhaupt versteht. Das Ergebnis ist für die Firmen ernüchternd: Die meisten der Slogans wurden von der Mehrheit der 14 bis 49jährigen gar nicht oder zumindest nicht im Sinne des Absenders verstanden.

„Be inspired“ (Siemens mobile) verstehen nur 15% und „Powered by emotion“ (SAT 1) 33% der Verbraucher.

Andere Slogans kann man zwar wörtlich übersetzen, interpretiert den Sinn jedoch anders als gemeint. So meinen 28% „Drive alive“ (Mitsubishi) zu verstehen, viele von ihnen können aber mit „fahre lebend“ nichts anfangen. Auch „Come in and find out“ (Douglas) können 54% der Befragten übersetzen, aber nur 34% haben das richtig verstanden, der Rest meint „Komm rein und finde wieder raus„.

Bemerkenswert ist übrigens, dass einige deutsche Firmen in Spanien auf spanisch werben und in Frankreich französisch, in Deutschland jedoch englisch.

 

Leichensäcke von der Lufthansa

Englisch ist in, cool, hip und verkauft sich gut, sorry: sells. Mit einem Ticket und der Bahn-Card kommt man direkt ins City Center. Man muss noch nicht mal Englisch können. Tun auch einige nicht.

Zum Beispiel die Lufthansa, erlebt von auf einem Flug USA – Deutschland: Nach den Sicherheitshinweisen verkaufen die Stewardessen diese praktischen Beutel, die man über die Schulter hängen kann, gefüllt mit Zahnbürste, Zahnpasta und anderen nützlichen Dingen, für 5 Euro unter dem Namen „Lufthansa Body Bag“.

Tja, hätten sie mal einen gefragt der Englisch kann. Dann wüssten sie, das Body Bag – Leichensack bedeutet. Wikipedia nennt so eine Verwirrung einen Scheinanglizismus (auch Pseudoanglizismus).

Als jemand, der an der Küste aufgewachsen ist, heissen diese Umhängebeutel für mich Zampel. Aber wenn man es unbedingt amerikanisch will, sollte man es auch richtig tun: dort heissen sie „backpack“ oder „rucksack“ oder „sling bag“.

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