Monsterkrabben – Invasive Arten

 

Die Königskrabbe (Paralithodes camtschaticus), gelegentlich aufgrund ihrer Größe auch Monsterkrabbe genannt, gilt als Delikatesse und wird ausgiebig befischt.

 

Der Carapax (Rückenpanzer) der Königskrabbe erreicht eine Größe von 25 cm, die Beinspannweite kann bis zu 180 cm betragen und sie erreicht ein Gewicht von bis zu 10 Kilogramm. Die Färbung hängt von der Nahrung ab. Am häufigsten ist die Farbe Rot, aber auch Blau und Braun kommen vor.

Die Lebenserwartung beträgt ungefähr 30 Jahre. Ausgewachsene Königskrabben haben kaum natürliche Feinde (vom dem bei Krabben typischen Kannibalismus einmal abgesehen).

 

Monsterkrabben vor Sylt?

Noch nicht ganz, aber bis Norwegen sind sie schon gekommen. Wer hier in den Fjorden taucht, muß sich daran gewöhnen, daß er zunehmend auf Krabbenmonster von Mannsgröße trifft. Sie haben richtig gelesen! Mannsgroß, etwa 300 cm, um genau zu sein.

Japanische Riesenkrabbe

 

Da kann einem Taucher schon etwas mulmig werden, denn die possierlichen Tiere sind mit Scheren ausgestattet, die einem Bolzenschneider Konkurrenz machen können. Kein Fischernetz ist vor ihnen sicher. Ein Nylonseil von 1cm Stärke wird glatt durchgekniffen. Ein Finger oder Zeh auch. Also besser Abstand halten.

Die Krabben sind in der Regel Aasfresser, nehmen aber auch lebende Beute, wenn sie drankommen.
Was sind das für Monster?

Soviel wir erfahren konnten handelt es sich um eine bisher noch wenig bekannte Abart der Königskrabbe , die bisher nur in der Tiefsee bei Japan gefunden wurde und auch dort nur selten in dieser Größe…
Man vermutet, daß es sich um Züchtungen aus dem Gebiet um Kamschatka handelt. Dort wurden Versuche gemacht, die Königskrabbe zur Erhöhung der Fischereierträge anzusiedeln. Offenbar mit Erfolg. Vor Norwegen tauchen die Tiere inzwischen zu Hunderttausenden in allen Größen auf, graben mit ihren Scheren den Schlick auf und fressen alles was sie finden.

Verbreitung

Die Königskrabbe kam zuerst nur im nördlichen Pazifik (vor allem vor Japan und Alaska) vor. Ende der 1960er Jahre wurde die Krabbe von russischen Forschern in der Barentssee nahe Murmansk ausgesetzt, wo sie sich als bioinvasive Art plangemäß stark vermehrte. Bis heute ist sie zu den norwegischen Lofoten vorgedrungen.

Herkunft

Gerüchte sagen, die monströse Größe habe etwas mit den atomaren Verseuchungen des Nordmeers zu tun. Es seien erste spontane Mutationen einer ohnehin recht robusten Spezies. Wenn das stimmt, kommt noch einiges auf uns zu. Immerhin haben die Norwegischen Fischer nach dem Ruin ihrer Fanggründe nun wieder eine lohnende Beute. Zwei Fabriken haben bereits auf die Verarbeitung der Riesenkrabben umgestellt. Gut daß der Mensch erfinderisch ist.

Wissenschaftler haben schon lange festgestellt, daß im Ballastwasser der Frachtschiffe eine Riesenmenge fremder Lebewesen aus weit entfernten Meeren in unsere heimischen Gewässer gelangt. Die meisten könen hier zum Glück nicht leben, weil sie andere Bedingungen gewohnt sind, aber ein kleiner Teil ist immer dabei, der sich anpassen kann und dann hier in Konkurrenz zu einheimischen Arten tritt. Oft sehr erfolgreich, wie das Beispiel der Wollhandkrabbe zeigt, die seit Jahren bereits unsere Küstenflüsse besiedelt und nicht mehr zu vertreiben ist. Sie wandert auch problemlos über Land, wenn ein Hindernis im Wasser ist, z.B. ein Staudamm. Diese Krabbe ist zwar nicht monstergroß, aber einen Finger oder Zeh kann sie auch abkneifen… .

Hoffen wir mal, daß die Wollhandkrabbe nicht auch mutiert. Wenn diese Biester 200 cm Größe erreichten, würden sie vermutlich nachts die Kühe von der Weide fressen!

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