Lomami-Meerkatze

 

Wir Menschen halten uns für enorm klug und denken, wir wissen alles. Wir können schwarze Löcher in fernen Galaxien erforschen, die vor tausenden von Jahren ganze Sterne verschluckten. Und wir können die DNA-Sequenzen entschlüsseln, die uns vom Regenwurm trennen. Und dann entdecken wir auf einmal, dass wir nicht einmal alle unsere nächsten Verwandten auf der Erde kennen, die Säugetiere. Im Jahr  wurde 2007 eine neue Affenart entdeckt: die Lomami-Meerkatze (Englisch: Lesula).

Junge Lesula werden als Haustiere gehalten
Foto: Derived from Hart et al (2012) PLoS ONE 7(9): e44271. doi:10.1371/journal.pone.0044271

 

Die Entdeckung fand nicht in freier Wildbahn statt, sondern im Arbeitszimmer von John Hart in der Yale Universität. Der Forscher sichtete Fotos einer Expedition in den topischen Regenwald, als er auf das Bild eines 13-jährigen Mädchens stieß, das stolz ihr Haustier präsentierte, das sie als Lesula bezeichnete. Diese Tierart war den Forschern bis dahin unbekannt.

Hart brach mit einem Team in die Demokratische Republik Kongo auf. Sie brauchten fünf Jahre, bis sie das scheue Tier freilebend finden und erforschen konnten. Im September präsentierten sie ihre Entdeckung im PLoS one Journal der Weltöffentlichkeit.

Die Affen mit dem bernsteinfarbenen oder schwarzen Fell gehören zu den Meerkatzen-Artigen, die in der freien Natur nur in den tropischen Regenwäldern im Osten der Demokratischen Republik Kongo vorkommen. Die Forscher gaben der Art den wissenschaftlichen Namen Cercopithecus lomamiensis, weil die Tiere der Gattung Cercopithecus im Lomami-Becken gefunden wurden. Die einheimische Bevölkerung nennt sie Lesula und schätzt sie vor allem gut durchgebraten. Junge Lesula werden auch als Haustiere gehalten. Die männlichen Tiere haben ein leuchtend blaues Hinterteil.

Die Art wurde vom „International Institute for Species Exploration“ zu den Top 10 Entdeckungen im Jahr 2013 gewählt.

Merkmale

Die Lomami-Meerkatze ist ein mittelgroßer, Affe mit langen Gliedmaßen. Ausgewachsene Männchen erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 47 bis 65 cm und ein Gewicht von 4 bis 7 kg. Weibchen erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 40 bis 42 cm und ein Gewicht von 3,5 bis 4 kg.

Damit ist sie natürlich erheblich größer, als die kleinste Katze der Welt, die allerdings inzwischen verstorben ist.

Die Art ähnelt der Eulenkopfmeerkatze (Cercopithecus hamlyni), von der sie durch den Fluß Lomami  geographisch isoliert ist.

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