Woodstock, 15. August 1969 (1. Tag)

Heute vor 35 Jahren begann das legendäre Festival von Woodstock. Ein guter Anlass, drei Tage lang mit einigen Mythen rund um dieses Ereignis aufzuräumen. 1. Tag, Freitag:

Das Woodstock Festival fand gar nicht in Woodstock statt und ohne Hilfe der US-Army hätte es auch gar nicht statt finden können.

Der Name des Festivals stammt von der Gesellschaft der Veranstalter, der Woodstock Ventures Inc., die sich wiederum nach dem kleinen Ort benannte, in dem Bob Dylan lebt. Es war auch niemals geplant, das Ereignis dort stattfinden zu lassen. Ursprünglich war ein Gelände in einem hässlichen Industriegebiet in der Stadt Wallkill nahe New York vorgesehen. Es gab eine gute Verkehrsanbindung und genügend Strom- und Wasseranschlüsse. Doch die Anwohner wollten keine Invasion wilder Hippies in ihrer Stadt und verboten die Veranstaltung im Juni 1969 unter dem Vorwand, mobile Toiletten seien in der Stadt illegal.  Ticket

Es musste schnell ein neuer Ort für das Festival gefunden werden. Da meldete sich ein Motelbesitzer aus White Lake nahe der Gemeinde Bethel, der ständig Aktionen plante, um seine 80 Betten voll zu bekommen. Unter anderem hatte er von der Gemeinde die Erlaubnis, Musik- und Kunstmessen durchzuführen. Da sein Grundstück jedoch für die geplanten 50.000 Besucher zu klein war, vermittelte er den Kontakt zu seinem Milchlieferanten, den Bauern Max Yasgur. Dessen Gelände war ideal, noch bei der ersten Besichtigung auf dem Feld wurde man sich per Handschlag einig und mietete 240 ha seines Landes. Dieses Mal klappte es auch mehr oder weniger mit der Gemeinde, weil man den Leuten lange die Ausmaße der „Wassermann-Ausstellung“ auf der „Woodstock Music and Art Fair“ verschwieg. Und dann wurden sie einfach überrollt.

Bethel liegt 150 km von New York entfernt und hat 3.900 Einwohner. Als die Verkehrslawine herein brach, gab die Polizei einfach auf. 500.000 Besucher kamen durch und weitere 500.000 blieben im Auto-Chaos zwischen New York und White Lake stecken. Es gab zu wenig zu Essen, kaum Trinkwasser und nur wenige Toiletten. Hätte die US-Army nicht mit Hubschraubern geholfen, wären die Musiker nicht aufs Gelände gekommen und die Versorgung total zusammen gebrochen. Ohne die Armee, die zur gleichen Zeit in Vietnam einen blutigen Krieg führte, hätte das Festival des Friedens gar nicht stattfinden können. Im Film sieht man, wie während des Anti-Kriegs-Liedes „Freedom“ von Richie Havens der Army-Helicopter neben der Bühne landet und Country Joe bringt, der dann mit „I Feel Like I’m Fixin‘ To Die Rag“ wieder Armee und Krieg angriff. 

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