The Detroit Cobras

Gibt es etwas trostloseres als Cover-Bands? Das Nachspielen der größten Hits der 60er, 70er, 80er und 90er Jahre sei Schülerbands und Hobbymusikern im Partykeller gegönnt. Aber bitte nicht öffentlich außerhalb des Freundeskreises. Bei Stadtfesten, Kneipen-Gigs, Automarkt-Jubiläen und ähnlichen Ereignissen mit einem Blut-Alkohol-Verhältnis von 1:1 gilt es als kleinster gemeinsamer musikalischer Nenner, der niemanden zur sofortigen Flucht veranlasst, höchstens ein neues Bier holen lässt.

Das ist eine immer wieder bestätigte Regel, und hier ist die große Ausnahme: Die Detroit Cobras beweisen schon seit Jahren, dass sich ihre Coverversionen sehr wohl mit den Originalen messen können. Es sind vor allem die B-Seiten uralter R&B- und Soul-Singles aus ihrer Heimatstadt (Motown!), die diese jungen Garagenrocker aus der Längst-Vergessenheit hervor kramen und neues Leben einhauchen. Bei ihren Live-Auftritten sollten sich allzu begeisterte Fans aber vor der Sängerin in acht nehmen – es heisst, die ehemalige Schlachterin und Stripperin bricht aufdringlichen Kerlen schon mal die Nase.

The Detroit Cobras – „Cha Cha Twist“ – Bloodshot Records

 

Die Band um Sängerin Rachel Nagy gibt es schon eine Weile und haben mittlerweile Kultstatus (man verzeihe mir das Wort, räusper) errungen. Die Detroit Cobras befreien ihre Stück von jeglichem Schmalz und dann rauscht es saftig in die Gehörgänge und macht gewaltig viel Spaß.

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