Der Löwe schläft nicht mehr

Die außergewöhnliche Geschichte des weltbekannten Hits „The Lion Sleeps Tonight“. Dieses traditionelle Zulu-Lied ist der wohl berühmteste Song afrikanischen Ursprungs. Es ist aber leider auch Gegenstand von Ausbeutung, Veruntreuung und langwieriger Gerichtsprozesse.

Ein paar Takte reichen aus, und schon erkennt jeder dieses Lied: „The Lion Sleeps Tonight“ oder „Wimoweh“, wie die Weavers ihre Version nannten.

Den Song gibt es in mindestens 200 Fassungen, interpretiert von so unterschiedlichen Künstlern wie James Last, Brian Eno, Chet Atkins, Henri Salvador, REM und Salif Keita.

Eine Melodie, die in den verschiedenen Versionen und Sprachen mehrfach auf Platz Eins der Hitparaden landete und über die letzten 40 Jahre Millionen einspielte. Erst vor kurzem war sie noch im Soundtrack des Disney-Trickfilms „Lion King“ zu hören.

So geläufig die Melodie ist, so wenig ist bekannt, dass der Autor ein einfacher Bauer des Zulu-Stammes war, der von den Tantiemen so gut wie keinen Pfennig gesehen hat. Die Dokumentation ist eine Reise durch die weltweite Musikindustrie auf den Spuren des bekannten Hits. Sie berichtet, wie aus einem traditionellen Zulu-Lied ein Welterfolg wurde, allerdings gleichzeitig auch ein Gegenstand von Ausbeutung, Veruntreuung und Gerichtsprozessen. Es geht jedoch auch um die Begegnung zweier Kulturkreise sowie um die Kraft der Musik, Grenzen zu überwinden. Eine Geschichte über künstlerisches Genie, Geldgier sowie 50 Jahre krimineller und legaler Ausbeutung afrikanischer Musik.

Sie handelt davon, wie aus einem südafrikanischen Lied von 1939 im traditionellen Zulu-Stil ein Welterfolg wurde, gleichzeitig ist es ein bis heute andauernder Gegenstand von Ausbeutung, Veruntreuung und Gerichtsprozessen.

Noch einmal aufführlich nachzulesen in Where Does The Lion Sleep Tonight? und Commercial Exploitation of Solmon Linda’s Mbube.

 

 

Hier der Song Mbube  der „Mahotella Queens

 

Und, weil es so lustig ist, noch einmal Pat & Stanley, das singende Nilpferd und der tanzende Hund von Pierre Coffin, mit ihrer Version des schlafenden Löwen.

Südafrikanische Familie verklagt Disney

wegen Tantiemen für die Verwendung des Lieds im Film und Musical König der Löwen.
Für Disney sind es die berühmten «Peanuts», eine südafrikaische Familie kann davon gut leben. Die Nachkommen des Musikers Solomon Linda haben den Disney-Konzern auf 1,6 Millionen Dollar verklagt, weil der versäumt habe, Tantiemen zu zahlen.

1939 erfand der Zulu-stämmige Südafrikaner Solomon Linda eine Melodie und nahm mit der Band Evening Birds den Song «Mbube» auf. Das Lied wurde in Afrika ein Hit und schließlich von dem US-Folksänger Pete Seeger entdeckt.Wie BBC berichtet, schrieb Seeger in seiner Autobiografie, dass er den Song «Note für Note» umgeschrieben habe und ihn schließlich «Wimoweh» getauft habe, was von dem Zulu-Wort uyiMbube abgeleitet sei und so viel heißt wie «Er ist ein Löwe».

Umgeschrieben und gecovert

Der Song wurde dann wiederum von Seegers Kollegen George David Weiss umgeschrieben, der ihn «The Lion Sleeps Tonight» nannte (Der Löwe schläft heute nacht). Weiss‘ Song wurde später von verschiedenen Sängern gecovert. Disney hat das Stück in seinem Film «Lion King»/«Der König der Löwen» benutzt und soll damit rund 15 Millionen Dollar eingenommen haben. Lindas Familie habe nur eine einmalige Zahlung von 15.000 Dollar erhalten.Der Anwalt der Nachkommen Lindas rechnet sich gute Chancen aus: «Unsere rechtliche Position ist sehr stabil. Die Familie hat Anspruch auf die Tantiemen. Außerdem geht es hier um die unrechtmäßige Aneignung südafrikanischer Kultur. Die Leute glauben, das Lied sei amerikanisch.»

Weitere Ansprüche

Lindas Enkel, der 16-Jährige Zathele Madonsela, der mit seiner Familie in Soweto lebt, sagte dem Sender: «Das Leben ist schwierig, wir müssen wirklich kämpfen.»Linda hatte den «Mbube» damals an eine lokale Firma verkauft. Allerdings fielen die Ansprüche nach britischem Recht 1987 zurück an seine drei Töchter und zehn Enkel. Der Song wurde mittlerweile von rund 140 Bands aufgenommen. Möglicherweise würden auch noch weitere Ansprüche geltend gemacht.

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