Babyshambles

Vor einiger Zeit brach die kreativste der neuen britische Rockformationen, The Libertines, auseinander. Der Grund war Sänger und Co-Songschreiber Pete Doherty, der seine Heroin-Abhängigkeit nicht in den Griff bekam und extrem unzuverlässig und immer unberechenbarer wurde.

Aber genau dieser Tanz über den Abgrund machte den Reiz ihres letzten Albums aus, hier ging es um Leben und Tod, die Musik war existenziell. Nun, Pete überlebte und mit ihm seine Sucht, aber alles um sich herum riss er in den Abgrund: die Libertines, seine Freundin Kate Moss, die Freundschaft zu Mit-Libertine Carl Barat.

 

 

 

Jetzt hat er, nach vielen Anläufen und noch mehr Aussetzern, mit seiner neuen Band Babyshambles eine neue Scheibe rausgebracht. Sie ist genau wie sein Frontmann: schludrig, unvollkommen, direkt und genial. Man sieht es schon am Cover, wie auf einem dreckigen Stück Packpapier an einem versifften Tisch schnell mal hin gekritzelt. Man kann Pete allerhand vorwerfen, aber nicht die mangelnde Liebe zur Musik. Es ist wahrscheinlich die einzige Form, in der er sich noch ausdrücken kann. Und wie er das tut, ist grandios, eine gigantische Tragödie gepresst auf eine prallvolle CD. Sexy ist es zwar nicht gerade, aber dafür Leidenschaft & Drugs & Rock’n’Roll pur. Wer das nicht mag, greife lieber zum nächsten Album.

Das könnte Dich auch interessieren...