Widerstandskämpfer gegen die Nazis

Über die konservativen Offiziere, die vor 60 Jahren einen Putsch gegen Hitler versuchten (Attentat vom 20. Juli 1944), wird zur Zeit umfangreich berichtet. Eine der Hauptfiguren war Graf von Stauffenberg, aber auch viele andere hochrangige Militärs waren beteiligt.  U.a. geben die überlieferten Zitate des Henning von Tresckow (1901 – 1944; Generalmajor der Wehrmacht) einen ganz guten Eindruck über die Hintergründe des Attentats.

Andere Aktivisten sind dagegen vergessen oder nur noch als längliche Straßennamen präsent. Von einer alle Seiten berücksichtigenden Würdigung des Widerstands gegen die Nazi-Diktatur sind wir noch weit entfernt.

 

An die Münchener Widerstandsgruppe Weiße Rose erinnert man sich noch am ehesten. Schon lange bevor die militärische Lage aussichtslos wurde und die Offiziere zum Nachdenken brachte, haben die Geschwister Scholl und ihre Freunde durch Flugblätter und Wandmalereien gegen den geistlosen Naziterror und die Ermordung der Juden protestiert. Ihre Aktionen zeigen, dass alle Deutsche von den maßlosen Verbrechen wissen konnten, wenn sie nur wollten. „Wir schweigen nicht. Wir sind euer schlechtes Gewissen“ und „Vergeßt nicht, daß ein jedes Volk diejenige Regierung verdient, die es erträgt“. Weitere Infos: Die Weiße Rose Stiftung oder das Shoa Projekt.

 

Weniger Beachtung findet seit jeher der Tischler Georg Elser, der weder dem intellektuellen, noch dem christlichen, dem sozialistischen und erst recht nicht dem militärischen Widerstand angehörte. Er war ein Einzelgänger, der die Nazis verabscheute und schon immer den Hitlergruß verweigerte. Als ihm der Krieg unvermeidlich erschien, plante und verübte er im Alleingang ein Sprengstoff-Attentat auf Hitler. „Ich habe den Krieg verhindern wollen“ begründete er seine Tat.

 

  Fast ganz unter den Tisch fällt seit dem Niedergang des Kommunismus der Widerstand der Arbeiterbewegung gegen die Nazis. Zu Anton Saefkow, einem von der Moskauer Zentrale relativ unabhängigen Kommunisten, der im Untergrund die größte Widerstandgruppe aufbaute und leitete, finden sich im Internet nur wenig Informationen.

 

Jugend in der Nazizeit

 

  Von Navajos und Edelweißpiraten – Unangepasstes Jugendverhalten in Köln 1933 – 1945 ist die Webseite zur Ausstellung im NS-Dokumentationszentrum Köln. „Navajos, Edelweißpiraten, Sturmscharen oder Pfadfinder, hinter diesen Begriffen verbergen sich Gruppen von Jugendlichen, die es – aus oft sehr unterschiedlichen Gründen – in den Jahren der NS-Herrschaft ablehnten, sich dem Alleinvertretungsanspruch der Hitlerjugend unterzuordnen. Dabei verband sie dreierlei: Sie entzogen sich der HJ, praktizierten eigene Formen jugendlichen Verhaltens und wurden deshalb vom NS-Regime verfolgt. Aufgrund ihres Verhaltens werden bis heute einige ihrer Mitglieder entweder immer noch als Kriminelle abgestempelt oder zu Widerstandsikonen stilisiert – beides Positionen, die in ihrer Einseitigkeit kaum haltbar sein dürften.“

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