Mord und Totschlag

In der Glotze ist zur Zeit Pseudo-Realität angesagt, Schauspieler spielen möglichst unbedarft scheinbar echte Polizisten, Richter oder Detektive – wie wäre es mal mit wirklicher krimineller Realität?

Wissenschaftler der Northwestern University School of Law in Chicago haben alle 11.000 Tötungsdelikte in der Stadt zwischen 1870 und 1930 ins Netz gestellt: Homicide in Chicago. Es gibt in der Datenbank die originalen handschriftlichen Polizeiakten, eine Zusammenfasung der Fälle und die Einordnung in den historischen und gesellschaftlichen Kontext. 25 „Crimes of the Century“ werden detailliert mit Fotos und Zeitungsartikeln dargestellt. Makaber, aber spannend.

Chicago erlebte in dieser Zeit gerade ihren Aufschwung zur heute drittgrößten Stadt der USA, viele deutschstämmige Einwanderer trugen dazu bei. Die Bevölkerung stieg von 4.000 (1840), 100.000 (1860), 300.000 (1870), 1 Million (1890) auf 3,3 Millionen (1930). In die dokumentierte Zeit fallen mehrere Einwanderungs-Wellen aus Europa, der Zuzug schwarzer Bevölkerungsgruppen, der Aufstieg und Fall der Arbeiterbewegung und der Anarchisten, die Prohibition mit Al Capone als zeitweise wichtigstem Mann der Stadt und mehrere Phasen von Korruption in Polizei und Justiz. Mehr zur Geschichte Chicagos von der Roosevelt University.

Speziell zur berüchtigsten Persönlichkeit dieser Zeit gibt es von der Chicago Historical Society die Akte Al Capone.

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