Kinder mit Waffe und Ü-Ei

Ganz Große Kinderüberraschung

Eines dieser Kinder hält etwas in den Händen, was es aus Kinderschutzgründen gar nicht haben dürfte. Welches ist es wohl?

Eine Zeitungsanzeige von Moms Demand Action, Mütter fordern Handlung.

Na gut, das ist nicht schwer, wenn wir den gesunden Menschenverstand aus- und den Irrsinns- und Kopfschüttel-Modus einschalten: Wir lesen Amerika und sehen eine Waffe – das kann es nicht sein. Also ist es wohl das Kind mit dem Überraschungs-Ei. Und bravo, wir haben Recht. Ü-Eier sind in den USA aus Kinderschutzgründen verboten.

In diesen Tagen jährt sich das Newton Schul-Massaker, bei dem 2012 ein Jugendlicher 26 Menschen in einer Grundschule erschoss. Er benutzte ein baugleiches Gewehr, wie es das Mädchen in dem Foto oben trägt. Seitdem fordern Mütter ein Handeln der Regierung, um die Waffengesetze endlich so zu ändern, wie es in anderen zivilisierten Ländern der Fall ist: Moms Demand Action. Sie werden wohl wieder einmal auf Ablehnung in der Bevölkerung und einen hilflosen Präsidenten im Amt stoßen.

Die Bundeszentrale für politische Bildung veröffentlichte neulich eine Statistik über Morde im internationalen Vergleich. Während in Deutschland jährlich etwa 0,8 Morde pro 100.000 Einwohner geschehen (obwohl Fernsehkrimis ein anderes Bild zeichnen), sind es in den USA 4,2 Morde. Doch wer jetzt hämisch auf Amerika zeigt und etwas wie „selber schuld“ denkt, sollte bedenken, dass unser Nachbar Luxemburg 2,5, die Türkei 3,3, Russland 10,8, Brasilien 21,0 und Honduras sogar 91,6 Morde pro 100.000 Einwohner im Jahr zu verzeichnen hat.

Überraschungseier

Kinder Überraschungseier sind in den USA verboten, weil sie Süßigkeiten mit nicht-essbaren Teilen verbinden. So könnte ein Kind in ein Ei beißen, aus Versehen den darin enthaltenen Behälter mit dem Spielzeug verschlucken und daran ersticken. Das ist kein Witz, so etwas soll schon einmal vorgekommen sein. Die Einfuhr der Ü-Eier in die USA ist verboten und mit 2.500 Dollar Strafe belegt. Also Vorsicht, wenn man Freunde mit Kindern in Amerika besucht!

Dabei gäbe es durchaus andere Gründe, die Ü-Eier abzulehnen: es sind Kalorienbomben ersten Grades. Sie enhalten mit 60% verhältnismäßig mehr Fett und Zucker als eine Sahnetorte, viel mehr als herkömmliche Vollmilchschokolade. Der Gesundheit vortäuschende langjährige Slogan „Für die Extra-Portion Milch“ musste nach Verbraucher-Protesten im letzten Jahr fallen gelassen werden.

Und noch eine Niederlage mussten die Hersteller einstecken: Sie haben den Markenschutz für das Wort „Kinder“ endgültig verloren. Jahrelang hatten sie andere Produkte, die ebenfalls den Begriff „Kinder“ verwendeten, juristisch verfolgt. Jetzt stellte der Bundesgerichtshof fest, dass der Begriff „Kinder“ allein keinem markenrechtlichen Schutz unterliege, da es lediglich die Zielgruppe dieser Produkte benenne.

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