Der Schach-Türke

Deep Fritz

Fritz ist das weltweit führende Schach-Computerprogramm der Hamburger Software-Firma Chessbase. Es kalkuliert bereits auf einem handelsüblichen 2 Ghz Notebook 1,5 Millionen Züge pro Sekunde, erkennt mit großer Geschwindigkeit komplizierteste Manöver und Strukturen und greift dabei auf einen Bestand von rund 3,2 Millionen gespeicherten Partien zurück. Nach dem Preis fragen wir lieber nicht. Die Spielfiguren werden übrigens von einem menschlichen Assistenten von Fritz bewegt und nicht so, wie auf dem RAG-Plakat dargestellt, das ist also „getürkt“.

Der Schach-Türke

In diesem Punkt war ihm der ganz oben abgebildete mechanische Tόrke aus dem 18. Jahrhundert überlegen. Dieser Schachroboter wurde 1769 vom ungarischen Mechaniker Wolfgang von Kempelen konstruiert. Die Schachmaschine bestand aus einer in türkischer Tracht gekleideten Figur eines Mannes, der vor einem Tisch mit Schachbrett saß. Der „Türke“ begann immer die Partie, hob den linken Arm, bewegte die Schachfigur und legte den Arm dann wieder auf ein Polster zurück. Bei jedem Zug des Gegners blickte er auf dem Brett umher. War der Zug falsch, schüttelte er den Kopf und korrigierte die Position der Figur. Im Inneren der Truhe unter dem Schachbrett war eine komplizierte Mechanik mit Zahnrädern, Walzen und silbernen Drahten, einem Uhrwerk gleich.

Der „Türke“ spielte gegen die besten Schachspieler seiner Zeit und gewann meistens. Auch Prominente versuchten ihr Glück, etwa Friedrich der Große und Napoleon. Letzterer versuchte seinen Ruf als genialer Stratege zu wahren und die Maschine mit absurden Spielzügen auszutricksen, umsonst, auch er verlor.

Das Geheimnis des „Türken“ flog auf, als während eines Spiels auf einem Jahrmarkt ein Zuschauer plötzlich „Feuer, Feuer!“ rief. In Panik öffnete der Besitzer des Automaten den Kasten unter dem Schachbrett und ein kleiner, dort versteckter Mensch flüchtete heraus – es war der eigentliche Spieler, die mechanische Figur war nur Attrappe. So entstand der Ausdruck getürkt bzw. einen Türken bauen für den Versuch, etwas mit Täuschungsabsicht als wahr darzustellen, es hat also keinerlei rassistischen Hintergrund.

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