Das Kopftuch – Islam / Christentum

Kopftuch als religöses Symbol

In der taz vom Wochenende gab es ein Interview mit der Schriftstellerin Chahdortt Djavann, die 1967 im Iran geboren wurde und seit 1993 als Schriftstellerin in Frankreich lebt. Ein Auszug daraus:

Frage: „Ist so viel Aufregung über ein religiöses Symbol gerechtfertigt“?

Chahdortt Djavann: „Das Kopftuch ist eben nicht das Symbol des muslimischen Glaubens. Wer die religiösen Texte anschaut, stellt fest, dass auch im Alten Testament den Frauen zum Kopftuch geraten wird, genau wie im neuen Testament und wie im Koran.

Bei der Frauenunterdrückung ist der Islam den beiden vorausgegangenen monotheistischen Religionen treu geblieben. In den westlichen Ländern gibt es heute eine Demokratie, die auf der Geschlechtergleichheit basiert.

Das Kopftuch aber ist das Symbol der Unterordnung der Frauen unter die Männer. Es geht nicht um die Unterordnung unter Gott. Wenn die Frauen unter sich sind, nehmen sie das Kopftuch ab. Sie tragen es nur vor Männern. Es ist das Symbol der Minderwertigkeit der Frauen. Es ist das Symbol, das die Frau im rechtlosen Raum einordnet. Und das alle Gewalt autorisiert. Das Kopftuch zeigt: Die Frauen sind das minderwertige, erniedrigte Geschlecht. Das müssen alle wissen, die sich für die Gleichheit geschlagen haben.

 

 

Zum Streit ums Kopftuch

Amir Taheri, ehemaliger Chefredakteur der größten iranischen Tageszeitung Kayhan, stellt klar: Das ist nicht Islam.

Das Kopftuch (Hijab) „hat nichts mit dem Islam als Religion zu tun. Es ist weder vom Koran sanktioniert, der grundlegenden Erzählung des Islam, noch von den Hadithen, den auf den Propheten zurückgeführten Traditionen. … (Es) wurde in den frühen 1970er Jahren von Mussa Sadr eingeführt, einem iranischen Mullah an der Spitze der schiitischen Gemeinde im Libanon. … Sadrs Neo-Hijab trat im Iran erstmals 1977 als ein Symbol islamistisch- antiimperialistischer Opposition gegen das Schahregime in Erscheinung. … Die Tracht ist so entworfen, dass sie die Geschlechterapartheid begünstigt. Sie bedeckt die Ohren der Frau so, dass sie vieles nicht klar hören kann. Gestaltet wie eine Maske, hindert sie die Frau daran, einen vollständigen Überblick über ihre Umgebung zu bewahren. Sie unterstreicht auch die Vorstellung von der Frau als einem Objekt, das verpackt und gekennzeichnet ist.

Islamische Frauen können den betrügerischen Charakter des neo-islamistischen Hijab leicht nachvollziehen, wenn sie in ihren Familienalben blättern. Sie werden kein einziges Bild finden, auf dem eine ihrer weiblichen Vorfahrinnen das vielbeschworene Kopftuch trägt, das jetzt als absolutes Muß des Islam vermarktet wird.“

 

 

Frauen sind immer schuld

Vor allem an Verkehrsunfällen. Das hat eine Studie in Mekka fest gestellt, wie der Spiegel berichtete, selbst wenn sie in Saudi Arabien gar nicht Auto fahren dürfen. Auch wenn andere noch bornierter sind, sage jetzt aber niemand, der Papst sei eigentlich liberal. Traue keinen Menschen ohne Sexualleben.

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