Das Tribunal — Filmkritik

Der amerikanische KriegsfilmDas Tribunal“ (2002) über amerikanische Soldaten in einem deutschen Kriegsgefangenenlager basiert auf dem gleichnamigen Roman von John Katzenbach.

Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist der junge, Lieutenant Thomas Hart(Colin Farrell), ein Schreibtischkrieger, in einem Büro weit weg von jeglichen Kämpfen stationiert. Er tappt im Umfeld der der Ardennenschlacht mit seinem Dienstfahrzeug in einen Hinterhalt und wird von deutschen Truppen gefangen genommen.
In einem Gefängnis werden seine Stiefel beschlagnahmt und er wird nackt in einer Zelle zurückgelassen. Von Erfrierungen und Lungenentzündungen bedroht, wird er gezwungen, in den fortgesetzten Verhören, als geheim klassifizierte Informationen zu verraten.

Nach dem Transfer in ein Kriegsgefangenenlager bei Augsburg, ein so genanntes Stalag wird Hart vom ranghöchsten amerikanischen Offizier, Colonel William McNamara (Bruce Willis), befragt. Als McNamara fragt, ob er nach seiner Gefangennahme mit den Deutschen zusammengearbeitet habe, bestreitet Hart dies.
McNamara erkennt, dass dies eine Lüge ist, als Hart sagt, dass er nur drei Tage verhört wurde. McNamara behält diese Erkenntnis aber für sich.

 

Im Kriegsgefangenenlager lernt Hart, dass Mut, Opfer und Ehre sehr schwerer zu finden sind, da die Menschen in der Gefangenschaft verbittert sind. Stattdessen sind Verbrüderung, Opportunismus und Rassismus im Überfluss vorhanden, ermutigt von den mörderischen Nazis. Der amerikanische Oberst McNamara steht dem Treiben seiner Amerikaner meist gleichgültig gegenüber, auch wenn er Rassismus ablehnt.

Als jedoch zwei gefangene afroamerikanische Piloten eintreffen, manifestiert sich der amerikanische Rassismus und eskaliert, bis einer der Piloten ermordet wird und der Andere des Mordes an einem der rassistischen Verschwörer beschuldigt wird.
Lieutenant Hart (der vor dem Krieg Jura studierte) von McNamara zum „Verteidiger“ des schwarzen Piloten ernannt. Hart muss vor einem offensichtlich rassistischen amerikanischen Tribunal verteidigen, ohne zu wissen, dass der Prozess selbst nur die Fassade für einen Ausbruchversuch einiger Dutzend Gefangener ist, bei dem nebenbei noch die nahegelegenen Munitionsfabrik (als Schuhfabrik getarnt) zerstört werden soll.

Der Ausbruch gelingt, und als die Deutschen dies während des Schlussplädoyers, bei dem sich Hart selbst, offensichtlich wahrheitswidrig, als Täter ausgibt, und setzen an, alle am Prozess beteiligten Amerikaner sofort hinzurichten. Dieser Plan wird jedoch aufgegeben, als McNamara, der sich als letzter im Fluchttunnel befand, dort aber die Worte Harts noch hören konnte, und gerührt durch Harts selbstloses Opfer, freiwillig ins Lager zurückkehrt, um die Verantwortung zu übernehmen.
Der deutsche Oberst Visser erschießt ihn persönlich vor Ort, verschont aber die übrigen Gefangenen. Drei Monate später ergibt sich die deutsche Armee den Alliierten. Das Gefangenenlager wird befreit und alle überlebenden Gefangenen, einschließlich Hart, werden nach Hause geschickt. Harts letzte Bemerkungen ist, dass er etwas über Ehre, Pflicht und Opfer gelernt hat.

Das könnte Dich auch interessieren...